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Rhus Coriaria

Rhus coriaria

Gewürzsumach (Rhus coriaria), auch Gerbersumach, Sizilianischer Sumach, Färberbaum oder Essigbaum ist eine Pflanze aus der Gattung Sumach (Rhus). Gerbersumach kommt wild in Sizilien, der Türkei, angrenzenden Gebieten Arabiens und Zentralasiens vor. Die als Busch oder kleinerer Baum wachsende Pflanze ist zweihäusig, hat gefiederte Blätter und traubenförmige Rispen mit zahlreichen kleinen, tief violettroten Steinfrüchten. Gerbersumach wird bereits seit der Antike vielseitig verwendet. Die Blätter dienten zum Gerben von Leder und als Haarfärbemittel, mit der Rinde wurde Wolle gefärbt. Bis heute sind die getrockneten, gemahlenen Steinfrüchte, Sumak genannt (vermutlich von aramäisch summaq für ‚dunkelrot‘), als säuerliches Gewürz vor allem in der türkischen, arabischen und persischen Küche beliebt. Zu qualitativ hochwertigem "Sumak" wird kein Salz hinzugefügt, vor allem werden die Steinfrüchte nicht zermahlen, Bitterstoffe würden sonst freigesetzt. Es wird nur die dünne Schicht Fruchtfleisch abgeschabt und anschließend unter hoher Hitze, am besten unter starker Sonneneinstrahlung, getrocknet. Natürlich ist dieser viel teurer und aus diesem Grund selten im Handel erhältlich. Meist bekommt man nur den dunklen (durch die Kerne) Sumak, dabei hat die eigentliche Reinform eine hellrote Farbe. Salz wird in erster Linie von den Händlern zur schnelleren Trocknung (Entzug von Wasser) und zur Steigerung des Gewichtes beigemischt. In der Reinform ist das Gewürz sehr ergiebig. Er wird meist großzügig über Salate, Fleischgerichte (z.B. Lahmacun) und Reisgerichte gestreut oder wie schon im antiken Rom zu einem intensivroten Sud gekocht, der, Tamarinde vergleichbar, Gerichten zugegeben wird. Eine eng verwandte Art diente den Indianern Nordamerikas als Grundlage für ein saures Getränk. Der sauer-adstringierende Geschmack der Früchte beruht auf verschiedenen Fruchtsäuren wie Äpfel-, Zitronen-, Bernstein-, Malein-, Fumar- und Ascorbinsäure, Tanninen und ätherischen Ölen. Die Farbe geht auf Anthocyanin-Pigmente zurück. Kategorie:Sumachgewächse

Wikipedia:Taxoboxen

ACHTUNG: Die Taxobox-Vorlage hat sich geändert! Bitte hilf mit, alte Taxoboxen durch diese neue zu ersetzen. Bitte keine Taxoboxen nach der alten Vorlage mehr anlegen! ---- Eine Taxobox ist in einem Artikel über ein Taxon (= eine systematisch erfasste und benannte Tier- oder Pflanzengruppe bzw. Tier- oder Pflanzenart) eine Tabelle mit Informationen zur systematischen Einordnung und Unterteilung. Taxoboxen sollten nur für rezente, nicht aber für ausgestorbene Arten angelegt werden. (Arten, die erst in historischer Zeit ausgestorben sind, bilden eine Ausnahme von dieser Regel). Wenn Du mehr über die Gestaltung eines Tier- oder Pflanzenartikels wissen möchtest, solltest Du auch Wikipedia:WikiProjekt Lebewesen und Wikipedia:Leitlinien Biologie lesen. Eine Möglichkeit, Taxoboxen zu erzeugen, ist der [http://vs.aka-online.de/taxoboxomat/ Taxoboxomat].

Übergeordnete Taxa

Es sollen stets die fünf übergeordneten Taxa genannt werden. Bei einer Art könnten dies also die Gattung, die Tribus, die Unterfamilie, die Familie und die Überfamilie sein. Wenn eines dieser Taxa fehlt, rückt statt dessen ein anderes nach. Wenn also zum Beispiel die Tribus fehlt, wird zusätzlich noch die Unterordnung genannt.

Untergeordnete Taxa

Untergeordnete Taxa können, müssen aber nicht in der Taxobox stehen. Wenn sie genannt werden, müssen alle untergeordneten Taxa erwähnt sein und nicht bloß eine Auswahl. Sind es mehr als zehn untergeordnete Taxa, werden sie nicht in der Taxobox, sondern nur im Fließtext genannt. Allgemein ersetzt die Aufführung in der Taxobox nicht die Erwähnung im Fließtext.

Schreibweise der Taxa

Wissenschaftliche Taxonnamen werden nur für Gattung und Art kursiv dargestellt. Der Name einer Gattung wird immer großgeschrieben, der Artname besteht immer aus zwei Bestandteilen: Dem Gattungsnamen, der auch durch (großgeschriebene) Initiale abgekürzt werden kann und dem Artepithet, das immer kleingeschrieben wird.

Wissenschaftlicher Name

Jede Taxobox hat einen Abschnitt "Wissenschaftlicher Name". Hier wird neben dem gültigen Namen der Autor (Erstbeschreiber) und das Jahr der Erstbeschreibung angegeben. Bei Pflanzen, Pilzen und Algen entfällt das Jahr der Erstbeschreibung. Nähere Informationen hierzu findet man in den Leitlinien Biologie.

Keine Kommentare in der Taxobox

Alle Unklarheiten die Einordnung und Unterteilung betreffend sollen im Text stehen. Die Taxobox soll von Kommentaren freibleiben. Sie soll auch keine Synonyme, Basionyme und andere alternative Schreibweisen des wissenschaftlichen Namens enthalten.

Bild

Steht ein Bild zur Verfügung, wird es in die Taxobox integriert. In einer Taxobox steht nur ein Bild. Weitere Bilder können außerhalb der Taxobox in den Artikel eingebracht werden. Unter dem Bild wird die Art mit eventuellen Besonderheiten (Weibchen, Winterfell, weiße Morphe etc.) genannt.

Weitere Informationen in der Taxobox

In der Taxobox unterbleiben alle Angaben, die nicht die Systematik betreffen. Angaben zu Größe, Gewicht, Verbreitung, Lebensweise, Bedrohungs- und Schutzstatus, Blütezeit etc. gehören in den Text und nicht in die Taxobox.

Schablone für Copy and Paste

Bitte ersetze alle in Großbuchstaben geschriebenen Wörter durch die Entsprechungen. Noch einfacher ist es, wenn Du die Tabelle aus einem Artikel rauskopierst, in der sie bereits halbwegs ähnlich vorhanden ist.



Taxon-Kategorien im MediaWiki-Namensraum

Dies ist eine Auflistung aller im MediaWiki-Namensraum angelegten Elemente zu den Taxoboxen sowie ihrer Entsprechungen. Diese Kürzel sollen in den Taxoboxen statt des Platzhalters "EINHEIT" eingesetzt werden. Für die Kategorien „Klassifikation“, „Domäne“ sowie „Stammgruppe“ gibt es noch kein besonderes Element, hierfür wird bisher einfach Klassifikation, Domäne bzw. Stammgruppe in die Taxobox eingesetzt.

Beispielhaftes Aussehen einer Taxobox

Beispiel für eine Pflanzenart


Beispiel für eine Tierfamilie


Beispiel für einen Speisepilz


Siehe auch: Portal:Lebewesen/Artikel ohne Taxobox, Portal:Lebewesen/Artikel mit alter Taxobox Taxoboxen Taxoboxen Kategorie:WikiProjekt Lebewesen

Århus

Århus (erste Schreibweise Aros, dann Aarhus) an der Århusbucht ist mit 294.954 Einwohnern (Stand: Jan. 2005) die zweitgrößte Stadt Dänemarks. Hier befindet sich seit 1928 eine Universität, vielseitige Industrie und ein Seehafen zum Kattegat.

Geschichte

Der Ort an der Mündung der Au, worauf der Name hinweist, war ab der Wikingerzeit besiedelt. Die heutige Großstadt ist bereits bei - der ersten Erwähnung - 948 Bischofssitz (Bistum Århus), obwohl sich Harald Blauzahn erst 960 taufen läßt. 965 und 988 taucht der Name wiederum in deutschen Dokumenten auf. Die Wikinger die nach archäologischen Befunden die 4 ha große Siedlung gegen 900 gründeten und wie die älteren Orte Haithabu, Ribe und Birka mit einem Wall umgaben, hinterließen im Stadtgebiet sechs Runensteine. 1050 griff der Norweger König Harald Hardråda die Stadt an. Nachdem es zeitweilig offenbar anders aussah, wird die Stadt 1060 erneut Bischofssitz und 1070 wird in der schnell wachsenden Ortschaft der Dom bereits außerhalb des Walls in der neuen Vorstadt errichtet. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts entsteht nördlich des alten Walls die nächste Vorstadt und die St. Olufs Kirche. Als 1191 Peder Vagnsen Bischof von Århus wird, wird eine neue Entwicklung eigeleitet und 1203 mit dem Bau des heutigen Doms begonnen. Der alte Dom wurde niedergerissen, an seiner Stelle entstand 1235 die Frue Kirke und ein Kloster der Dominikaner. 1477 wird der erste Wallabschnitt für neue Bauten geschleift. Im 16. und 17. Jh. war Århus eine regional recht bedeutende Seehandelsstadt, die im Gesamtstaat unter der dänischen Krone jedoch weit hinter Städten wie Kopenhagen, Flensburg und dem im 17. Jahrhundert gegründeten Altona zurückstand. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Stadt sich zum Mittelpunkt des neuen Chausse- und Eisenbahnnetzes entwickelte, wurde Århus zur größten Stadt in Jütland und überflügelte bald die Konkurrenten Randers und Aalborg. Der Verlust der Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg und damit der wirtschaftlichen Zentrum im Süden des bisherigen Gesamtstaats stärkte die Position der Stadt innerhalb Dänemarks. Das schnelle Wachstum setzte sich im 20. Jahrhundert fort, und Århus entwickelte sich zur Großstadt. 1930 erhielt es eine Universität, die zweite überhaupt in Dänemark. Die Stadt ist heute unbestritten das Zentrum Jütlands, obwohl sie über das 2007 aufzulösende Amt Århus hinaus niemals Verwaltungszentrum war. Entwicklung der Einwohnerzahl (1. Januar):

Sehenswürdigkeiten

Sehenswert sind das Freilichtmuseum Den Gamle By [http://www.dengamleby.dk], der Dom zu Aarhus, mit dem Hochaltar von Bernt Notke sowie den Grabmälern und Epitaphien von Thomas Quellinus, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1201 reichen, die Marienkirche mit ihrer Krypta, der Botanische Garten, und das Rathaus von 1941 (Architekt Arne Jacobsen) mit seinem 60 m hohen Glockenturm. Das Stadtbild wirkt durch das schnelle Wachstum der Stadt sehr unharmonisch. Einzelne sehenswerte typische Fachwerkbauten finden sich - außer in Den Gamle By – noch in der Mejlgade, Vestergade und Skolegade. Nördlich der Innenstadt befindet sich der großzügig angelegte Universitätspark, der die Fakultätsgebäude der Aarhus Universitet beherbergt. Der weitläufige Park mit seinen beiden Seen in der Mitte ist im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel für alle Århusianer.

Sonstige bemerkenswerte Bauwerke

In Århus gibt es einen für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen 216,1 Meter hohen Fernmeldeturm, den Søsterhøj, der 1956 als Hybridturm (Stahlbetonturm mit aufgesetztem abgespannten Sendemast) errichtet wurde.

Wirtschaft

Århus bildet das Handelszentrum von Jütland. Wichtigste Industriezweige sind die Maschinen- und Textilindustrie. Der Hafen exportiert hauptsächlich landwirtschaftliche Erzeugnisse, während die wichtigsten Importgüter Kohle und Eisen sind. Århus ist auch Firmensitz des zweitgrößten dänischen Brauereikonzerns, der Bryggerigruppen ("Ceres").

Sport

Im Süden der Stadt liegt das Atletion genannte Sportzentrum der Stadt, das seit 1920 besteht. Das Stadion wird vom Fußballverein Aarhus GF, einem mehrfachen dänischen Meister und Pokalsieger genutzt. Daneben spielen auch Handball- Eishockey- und Basketballmannschaften in den ersten Ligen des Landes. Im Jahr 2005 fand im Atletion die Tischtennis-Europameisterschaft statt.

Söhne und Töchter der Stadt


- Gitte Haenning, dänische Schlagersängerin
- Hans Broge, dänischer Kaufmann und Pionier
- Kai Winding, US-amerikanischer Jazzposaunist dänischer Herkunft
- Ari Behn, norwegischer Schriftsteller und Prinzgemahl
- Rudi-Marek Dutschke, deutscher Politiker

Weblinks


- [http://www.aarhus.dk Homepage der Stadt] Aarhus ja:オーフス

Türkei

Die Türkei (Eigenbezeichnung Türkiye) ist der Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches und ging nach dem Ersten Weltkrieg aus diesem hervor. Die Türkei ist eine laizistische Republik. Der Laizismus geht auf den Staatsgründer Mustafa Kemal "Atatürk" zurück. Atatürk war bestrebt, durch viele gesellschaftliche Reformen die Türkei nach dem Vorbild Europas zu modernisieren. Seit dem 3. Oktober 2005 laufen die Beitrittsverhandlungen der Türkei mit der Europäischen Union.

Geografie

Lage

Europäischen Union Die Türkei erstreckt sich geografisch über zwei Kontinente. Anatolien, der asiatische Teil des türkischen Staatsgebiets, nimmt etwa 97 % der Fläche ein. Der europäische Teil bildet das östliche Thrakien und umfasst etwa 3 % der Landesfläche (23.623 km²). Die Landesgrenzen der Türkei haben eine Gesamtlänge von ca. 9.848 km, davon sind 7.200 km vom Meer umgrenzt. Im Westen der Türkei liegt das Ägäische Meer, im Süden das Mittelmeer und im Norden das Schwarze Meer. Daneben teilt die Türkei mit acht Nachbarländern eine Grenze mit einer Gesamtlänge von 2.648 km. Im Nordwesten grenzt sie an Griechenland (206 km Grenze) und Bulgarien (240 km), im Nordosten an Georgien (252 km), Armenien (268 km), Aserbaidschan (Exklave und autonome Republik Nachitschevan) (9 km), im Osten an den Iran (499 km) und im Süden an den Irak (352 km) und Syrien (822 km). Vor allem der Norden der Türkei gehört zu den am stärksten erdbebengefährdeten Regionen der Welt und wurde in den letzten Jahren immer wieder von Erdbeben erschüttert. Da eine gewisse chronologische Ost-West-Abfolge der Erdbeben in der Nordtürkei festzustellen ist, gehen Experten davon aus, dass in absehbarer Zeit auch İstanbul von einem großen Beben erschüttert werden könnte. Die letzten großen Beben in der Provinz Kocaeli waren weniger als 100 km von İstanbul entfernt.

Landschaftsbild

Kocaeli Die Türkei wird in sieben Regionen unterteilt: Thrakien- und Marmararegion, Ägäis, Schwarzmeer-Region, Zentral-Anatolien, Mittelmeerraum, Ost- und Südost-Anatolien. Diese Regionen unterscheiden sich stark bezüglich Vegetation und Wetterbedingungen. Thrakien liegt westlich vom Bosporus auf der europäischen Seite. Auf der thrakischen Hochebene bildet der Fluss Meriç die Grenze zu Griechenland. Östlich vom Bosporus liegt die Marmara-Region. Das Marmarameer trennt Europa von Asien und das Ägäische Meer vom Schwarzen Meer. Zum Mittelmeer hin erstrecken sich die Dardanellen auf einer Länge von 60 km. Die beiden Landzungen sind bei Çanakkale mit bis zu 4 km am breitesten. Am Bosporus liegt die Millionen-Metropole İstanbul. Die Landschaft in dieser Region ist hügelig und von Büschen und Wäldern bedeckt. Der fruchtbare Ackerboden weicht im Osten einer Steppenlandschaft. Die Region bildet das wirtschaftliche Zentrum der Türkei. Die Millionenstadt Bursa ist als Kurort berühmt für seine Schwefel- und Thermalquellen. Sie liegt zu Füßen des Uludağ-Gebirges. Der Berg ist sowohl im Sommer (Flucht vor der Hitze) als auch im Winter (Wintersport) ein beliebtes Ausflugsziel. Die Ägäis-Region wird ebenfalls landwirtschaftlich intensiv genutzt. Die stark hügelige Landschaft erstreckt sich entlang der Westküste zwischen Çanakkale und Bodrum. Die Küstenregion gehört zu den am besten touristisch erschlossenen Regionen der Türkei. Neben Zypressen und Ölbäumen prägen Weinreben die Landschaft. In dieser Region finden sich viele antike Bauten aus der Zeit der griechichen Besiedlung, z. B. Troja, Assos (Behramkale), Pergamon (Bergama), Ephesus (Efes), Priene, Milet, Didyma und Euromos. Die Schwarzmeer-Region umfasst den nördlichen Küstenstreifen der Türkei. Sie ist geprägt durch ein mildes, feuchtes Klima, und auf ihrer bergigen Landschaft erstrecken sich große Wälder. Auf dem sehr fruchtbaren Boden werden Tee, Tabak, Mais und Haselnüsse angebaut. Die zentralanatolische Region umfasst die inneranatolischen Hochebenen. Hier liegen der Salzsee Tuz Gölü (salziger als das Tote Meer) und Gebirgsketten, die stellenweise bis zu 3.900 m hochragen. Im Osten liegt Kappadokien, das wegen seiner in Tuffstein getriebenen Wohnhöhlen und Felsenkirchen in bis zu 2.000 m hohen Bergkegeln bekannt ist. Inneranatolien ist überwiegend durch eine Steppenlandschaft geprägt und gehört zu den trockensten Gebieten Anatoliens; in der Region um den Tuz Gölü nimmt die Landschaft wüstenähnliche Gestalt an. Deshalb ist die landwirtschaftliche Nutzung in dieser Region nicht so stark ausgebildet, wie in den zuvor genannten Regionen. Vor allem Weizen, Gerste und Obst werden hier angebaut. Das Klima dieser Region ist geprägt durch heiße, trockene Sommer (über 40 Grad) mit kalten Abenden. Die Winter sind sehr kalt (unter -20 Grad). Die Mittelmeer-Region wird im Norden vom Taurus und im Osten vom Nur Dağları (Amanosgebirge) begrenzt. Landwirtschaftlich werden in dieser Region überwiegend Zitrusfrüchte, Bananen, Tomaten, Erdnüsse und Baumwolle angebaut. Baumwolle Südostanatolien ist die älteste Kulturregion der Türkei. Sie wird vom Taurus-Gebirge umschlossen. Hier verlaufen die beiden Flüsse Euphrat und Tigris. Landwirtschaftlich wird diese Region durch Weizen-, Gersten-, Wein-, Oliven- und Pistazienanbau genutzt. Neben Gebirgsverläufen ist die Region östlich des Euphrat durch ein Hochplateau geprägt. Zur weiteren landwirtschaftlichen Kultivierung werden im Rahmen des Südostanatolien-Projekts entlang des Euphrat und Tigris über 20 Staudämme errichtet. Höchste Berge der Türkei:
- Ararat (Büyük Ağrı dağı) - 5.165 m
- Buzul Dağı - 4.116 m
- Süphan Dağı - 4.058 m
- Kaçkar Dağı - 3.932 m
- Erciyes Dağı - 3.917 m
- Uludağ - 2.543 m Uludağ Wichtigste Flüsse der Türkei:
- Kızılırmak 1.355 km
- Euphrat (Fırat)
- Sakarya
- Murat
- Tigris (Dicle)
- Seyhan
- Ceyhan
- Göksu, Çoruh, Großer Mäander (Büyük Menderes). Seen der Türkei:
- Van Gölü 3.713 km²
- Tuz Gölü 1.500 km² (Salzsee)
- Beyşehir Gölü 656 km²
- Eğridir Gölü 468 km²
- Akşehir Gölü 353 km²
- İznik Gölü 298 km² Bedeutende Inseln der Türkei:
- Gökçeada 279 km²
- Marmara Adası 117 km²
- Bozcaada 36 km²
- Uzunada 25 km²
- Alibey 23 km²
- Paşalimanı 21 km²
- Avşar 21 km²

Klima

Flora und Fauna

Die Fläche der Türkei wird zu 26,2 % von Wald eingenommen, landwirtschaftlich werden 36,3 % der Gesamtfläche genutzt. Die Flora der Türkei gilt als die vielfältigste und abwechslungsreichste im Nahen Osten. Es finden sich rund 9.000 Arten mit 850 Gattungen; im Süden vor allem Pflanzen, die sich an die trockenen Sommer angepasst haben, z. B. immergrüne Hecken und Sträucher, Eichenbäume, Oliven- und Johannisbrotbäume. In den Hochebenen sind wilde Blumen und Bodendecker heimisch. Die Steppen werden von Sträuchern, Nadelwäldern und Schwarzkiefern beherrscht, die trockenen Gebiete auch von Disteln und Kakteengewächsen (Dornpolster). Im Norden, vor allem an der Schwarzmeerküste, finden sich ausgedehnte Haselnuss-, Mais- und Teeplantagen, im Süden eher Obst- und Baumwollplantagen. Auch sind viele Niederwildarten und Wildschweine heimisch, obwohl sich ihr Bestand durch die Jagd beständig dezimiert. An Nutztieren finden sich vorrangig Rinder, Pferde, Büffel, Schafe und Ziegen. Der Kamelbestand ging in den letzten Jahrzehnten beständig zurück; sie werden heute vorrangig für sportliche Wettkämpfe und nicht mehr als Lastenträger gezüchtet. Die größten Raubtiere, die heute noch in der Türkei leben, sind u. a. Braunbären, Wölfe, Schakale und einige Luchsarten. Der letzte türkische Leopard soll 1979 in Hakkari von einem Bauern erlegt worden sein. Die Türkei ist Brut- und Überwinterungsplatz für zahlreiche Vogelarten. Südlich von Bandırma - im Kuscenneti-Nationalpark - liegt ein bekanntes Vogelparadies, wo Pelikane, Wildenten, Störche, Kormorane, Nachtigallen und Fasane ihre Heimat gefunden haben.

Städte

Fasane Die Verstädterung ist in der Türkei weit voran geschritten, 74 % der Gesamtbevölkerung leben in der Stadt. Während der Südosten der Türkei sehr dünn besiedelt ist, konzentriert sich die Bevölkerung in den großen Städten der Westküste. Stadt Hauptstadt ist das in Zentralanatolien gelegene Ankara mit 3.203.362 Einwohnern. Ankara ist auch eine wichtige Wirtschafts- und Universitätsstadt. Größte Stadt und zugleich wirtschaftliches und kulturelles Zentrum ist das am Bosporus gelegene Istanbul (früher Konstantinopel), das auf beiden Seiten der Meeresenge liegt und sich so auf zwei Kontinente über eine Fläche von 1.269 km² erstreckt. Die eigentliche Stadt hat 8.803.468 Einwohner; in der Metropolregion, die mit der Bodenfläche der Provinz Istanbul identisch ist, leben auf einer Fläche von 5.220 km² - das ist mehr als doppelt so groß wie das Saarland - 11.588.545 Menschen. Damit ist Istanbul eine der größten Städte der Welt. İzmir ist mit 2.232.265 Einwohnern die drittgrößte türkische Stadt und verfügt nach Istanbul über den zweitgrößten Handelshafen. Bursa (1.194.687 Einwohner) die ehemalige Hauptstadt des Osmanischen Reiches ist heute ein wichtiger Wirtschaftsstandort für die Automobil- und Textilindustrie. Die wichtigste Stadt im Südosten der Türkei ist Diyarbakir. Diyarbakir besitzt nach der Chinesischen Mauer die größte und besterhaltenste Befestigungsanlage der Welt. Sie besteht zum größten Teil aus Basalt. Die Anlage wird in einen inneren und einen äußeren Abschnitt unterteilt. Weitere wichtige Städte sind Adana (1.130.710 Einwohner), Gaziantep (853.513 Einwohner), Konya und die Touristenhochburg Antalya (Stand 2000). Siehe auch: Liste der Städte in der Türkei, Geschichte Istanbuls

Bevölkerung

Hauptartikel: Minderheitenpolitik der Türkei

Ethnien

Die genaue ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung in der Türkei ist nicht exakt feststellbar. Bei offiziellen Volkszählungen wird die ethnische Zugehörigkeit nicht erfasst. Ermittelt wird hingegen Muttersprache und Zweitsprache, wobei die Zahlen bei vielen Minderheiten aufgrund der türkischen Assimilationspolitik stark rückläufig sind. Hinzu kommt, dass sich in der Türkei seit Jahrtausenden die verschiedensten Volksgruppen mischen, so dass die Zurechnung eines Menschen zu einer Volksgruppe vielfach eine Definitionsfrage ist. Besonders umstritten ist die genaue Zahl der Kurden, der größten und sich der Assimilation am stärksten entziehenden Minderheit. Die Angaben zu den Ethnien differieren je nachdem, welche Quellen herangezogen werden, stark. Demnach leben in der Türkei folgende Ethnien: 70–80 % Türken, ca. 20–30 % Kurden, 2–3 % Zaza, 2 % Araber, 0,5 % Tscherkessen, 0,5 % Georgier sowie diverse andere ethnische Gruppen und Nationalitäten (Abchasen, Albaner, Aramäer, Armenier, Assyrer, Bosniaken, Bulgaren, Griechen, Lasen, Tschetschenen). Die Bevölkerungsgruppe der Türken wird unterschiedlich definiert. Die türkische Regierung zählt seit 1965 Bevölkerungsgruppen dazu, die von anderen Quellen zum Teil als Angehörige anderer Turkvölker angesehen werden. Dies betrifft etwa 2–5 Millionen Krimtataren und Tataren, etwa 0,5–2 Millionen Aserbaidschaner,etwa 330.000 Yörük-Türkmenen, bis zu 200.000 Mescheten, etwa 100.000 Tahtaci, etwa 60.000 Terekeme, etwa 14.000–20.000 Gagausen, etwa 2.000 Usbeken sowie jeweils etwa 1.000 Kasachen, Kirgisen, Kumyken, Turkmenen und 500 Uiguren. Siehe auch: Türken, Turkvölker, Liste der türkischen Stämme

Religion

Hauptartikel: Religion in der Türkei Das Prinzip der in der Türkei praktizierten Version des Laizismus schreibt eine strenge Trennung von Religion und Staat vor, genauer gesagt eine strikte Unterordnung der Religion unter den Staat. Artikel 24 der Verfassung von 1982 beschränkt die Glaubensfreiheit auf das Individuum. Religionsgemeinschaften können aus dem Verfassungsabschnitt keine Rechte geltend machen. Diese Haltung resultiert aus der herrschenden Ideologie des Kemalismus in der türkischen Gesellschaft. Die sunnitisch-islamischen Einrichtungen werden vom staatlichen Diyanet İşleri Bakanlığı, dem Präsidium für Religionsangelegenheiten, verwaltet. Es regelt die Ausbildung der etwa 100.000 Imame und Muezzine, bezahlt und erhält die Moscheen und gibt landesweit den Inhalt der zu haltenden Predigten vor. Die anderen Religionsgruppen verwalten sich dagegen selbst, erhalten weniger staatliche Unterstützung, genießen dafür aber mehr innere Autonomie. Nach offiziellen Statistiken sind 99,8 % der türkischen Bevölkerung Muslime. Davon sind etwa 65 bis 70 % Sunniten, die restlichen 30 bis 35 % Aleviten. Nach anderen Schätzungen gibt es 75 bis 80 % Sunniten und 20 bis 25 % Aleviten. Außerdem leben in der Türkei 0,2 % Christen (125.000) und 0,04 % Juden (23.000). Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten jedoch noch etwa 20 % Christen auf dem Gebiet der heutigen Türkei. Die offiziellen Zahlen sind jedoch irreführend, weil jeder Einwohner der Türkei, wenn er nicht explizit als einer anderen Religion zugehörig erklärt wird, automatisch als Moslem erfasst wird. Ein Gegenstück zum Kirchenaustritt gibt es nicht, so dass auch Atheisten und Agnostiker offiziell als Moslems geführt werden. Die Zahl der nicht religiösen Einwohner der Türkei ist daher nicht bekannt.

Sprachen

In der Türkei werden folgende Sprachen verwendet:
- > 90 % Türkisch (Amtssprache) sowie türkische Dialekte wie Azeri oder Tatarisch etc.
- 16–17 % kurdische Sprachen und Dialekte
- 2 % arabische Sprachen und Dialekte
- 1–2 % Zazaki (von den meisten Zaza als eigenständige Sprache gesehen, jedoch oftmals als kurdischer Dialekt bezeichnet)
- sonstige Sprachen von ethnischen Minderheiten (Aramäisch, Armenisch, Albanisch, Georgisch, Griechisch, Lasisch, Tscherkessisch) Siehe auch: Turksprachen, Türkische Sprache, Türk Dil Kurumu

Soziales

Türk Dil Kurumu Seit der Republiksgründung im Jahre 1923 wuchs die Bevölkerung der Türkei schnell an. 1927 lebten in der Türkei knapp 14 Millionen Menschen, 2003 waren es knapp 70 Millionen (siehe Grafik). In den letzten Jahren hat sich das Bevölkerungswachstum sehr verlangsamt. Während es 2000 noch 1,7 % betrug, wird für 2004 von einem Bevölkerungswachstum von 1,13 % ausgegangen. Die Türkei ist gleichzeitig ein Auswanderungs- und Einwanderungsland. Aus dem Balkan, Nahen Osten, Griechenland, Iran, Zentralasien, Krim usw. kamen nach dem Fall der eisernen Mauer Aussiedler in die Republik. Auf der anderen Seite verließen viele Minderheiten die Türkei, etwa Kurden, Assyrer, Griechen, Juden, Jesiden, Zaza usw. sowie Millionen von eigentlichen Türken. Nachfolgend sind die Einwohnerzahlen der Türkei in ausgewählten Jahren aufgelistet:
- 1927: 14 Millionen
- 1961: 29 Millionen
- 1983: 49,5 Millionen
- 2004: 69 Millionen Die Türkei verfügt über eine sehr junge Bevölkerung, der Altersdurschnitt der türkischen Bevölkerung liegt bei etwa 27,3 Jahren (Stand 2004). Die Altersstruktur setzte sich 2004 folgendermaßen zusammen: 26,6 % der Staatsbürger sind zwischen 0 und 14 Jahre alt, 66,8 % zwischen 15 und 64 Jahre und nur 6,6 % über 65 Jahre alt. Das durchschnittliche Alter der Bevölkerung lag 2004 bei etwa 27,3 Jahren. 2004 Der Staat stellt für alle Bürger eine medizinische Grundversorgung zu Verfügung. 1999 kam im Durchschnitt ein Arzt auf 859 Einwohner. Die Lebenserwartung liegt in der Türkei bei 72,08 Jahren, wobei sie bei den Männern 69,68 Jahre beträgt und bei den Frauen 74,61 Jahre. Beim Lebensstandard, der durch den Human Development Index repräsentiert wird, liegt die Türkei weltweit auf dem 96. Platz (Stand 2003). Damit gehört sie zu den Ländern mit einem mittleren Entwicklungsstand (zum Vergleich: Deutschland belegt den 19. Platz). Seit der Republiksgründung wird versucht, die Stellung der Frau in der türkischen Gesellschaft zu verbessern. Die Türkei gehörte zu den ersten Staaten, die das Frauenwahlrecht einführten. Seit 1930 dürfen Frauen in der Türkei wählen und seit 1934 können sie sich selbst zur Wahl stellen. Dennoch zählt die Unterdrückung von Frauen und häusliche Gewalt in der Türkei zum Alltag. Erst 2004 wurde ein Gesetz durch das Parlament beschlossen, das so genannte „Ehrenmorde“ an Mädchen und Frauen wie vorsätzlichen Mord mit lebenslanger Haftstrafe ahndet. Davor wurden bei solchen Morden unter dem Motiv der Familienehre vor den Gerichten mit Erfolg mildernde Umstände geltend gemacht. Diese mildernden Umstände wurden mit dieser Strafrechtsreform nichtig.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Türkei, Kleinasien, Seldschuken, Byzantinisches Reich, Osmanisches Reich, Völkermord an den Armeniern, Kleinasiatische Katastrophe, Türkischer Befreiungskrieg, Zypernkonflikt, Türkischer EU-Beitritt Auf dem Gebiet der heutigen Türkei lebten und herrschten die Hethiter, Armenier, Griechen, die Perser und nach ihnen Alexander der Große. Anschließend gliederte das Römische Reich die heutige Türkei in sein Herrschaftsgebiet ein. Die Herrschaft des vereinten römischen Reiches hielt bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. Danach fiel Kleinasien nach der Teilung des Römischen Reiches an Byzanz. Zeitweilig herrschten die ersten Turkvölker in Teilen von Anatolien mit den Dynastien der Schwarzen Hunnen und Wolgabulgaren. Wolgabulgaren Die endgültige türkische Besiedlung Anatoliens begann mit dem Eintreffen der Seldschuken im 11. Jahrhundert n. Chr. Die ursprüngliche Heimat der Türken lag in Zentralasien und Westchina. Die Seldschuken schlugen die byzantinische Armee in der Schlacht von Mantzikert im Jahre 1071 vernichtend. Daraufhin eroberten sie große Gebiete Ost- und Mittelanatoliens. Nach dem Überfall der Mongolen wurde das seldschukische Reich geschwächt, so dass sich viele türkische Stämme verselbstständigten. Aus einem dieser türkischen Fürstentümern (Beyliken) erwuchs das spätere Osmanische Reich. Um 1299 begründete Osman I. (
- 1259, †1326; (regierte 1299-1326) das nach ihm benannte Osmanische Reich und die Osmanen-Dynastie. Nach der Eroberung Konstantinopels im Jahre 1453 herrschten die Osmanen, über große Teile des Nahen Ostens, Nordafrikas, der Krim, des Kaukasus und des Balkans. Im späten 17. Jahrhundert begann der Niedergang des Osmanischen Reiches, das immer weiter aus seinen europäischen Gebieten zurückgedrängt wurde. Das ab dem 19. Jahrhundert stark zunehmende Unabhängigkeitsstreben diverser Nationen im Vielvölkerstaat des Osmanischen Reiches, die Besetzung Nordafrikas durch europäische Mächte und schließlich die Niederlage im Ersten Weltkrieg bewirkten seinen endgültigen Verfall. Im Ersten Weltkrieg kämpfte das Osmanische Reich an der Seite der Mittelmächte. Nachdem Frankreich und Großbritannien den Armeniern einen selbstständigen Staat in Ostanatolien versprochen hatten, begannen sich die Armenier mit Hilfe der Russen gegen die Türken zu erheben. Die osmanische Regierung befürchtete eine Schwächung ihrer Ostfront. Unter dem Vorwand einer angeblichen Umsiedlungsaktion wurden 300.000 bis 1,5 Millionen Armenier ermordet (Siehe auch: Völkermord an den Armeniern). Nach der Niederlage der Mittelmächte verlor das Osmanische Reich infolge des Friedensvertrages von Sèvres seine verbliebenen Gebiete außerhalb von Anatolien und Thrakien. Darüber hinaus sollte das Gebiet der heutigen Türkei weitgehend zerstückelt werden. Griechenland wurden die Stadt Smyrna (türkisch İzmir) und Teile von Westanatolien zugesprochen, die Region um Adana sollte an die Italiener gehen und der französische Besitz sollte neben Syrien auch Kilikien umfassen. In den östlichen Landesteilen der heutigen Türkei mit den Städten Kars, Ardahan und Erzurum sollte ein armenischer Staat entstehen. Südlich davon und östlich des Euphrat wurde den Kurden eine autonome Region zugesprochen. Diese Pläne wurden allerdings nicht umgesetzt. Atatürk organisierte ab dem 19. Mai 1919 den politischen und militärischen Widerstand gegen diese Pläne. Besonders heftig waren ab 1920 die Kämpfe mit Griechenland. Der Krieg endete am 9. September 1922 mit der Einnahme und dem Niederbrennen des damals mehrheitlich griechisch bewohnten Smyrna (İzmir). Der Sieg der Türkei gipfelte in der Kleinasiatischen Katastrophe, in dessen Folge viele Griechen und Türken aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Nach dem Sieg der Türkei wurden am 24. Juli 1923 mit dem Vertrag von Lausanne die Bestimmungen aus dem Vertrags von Sèvres revidiert. Mit dem Vertrag wurden die bis heute gültigen Grenzen des neuen Staates völkerrechtlich anerkannt. Gleichzeitig wurde der „Bevölkerungsaustausch“ mit Griechenland in geregelte Bahnen gelenkt. Nachdem alle ausländischen Kräfte aus Anatolien vertrieben wurden, rief Mustafa Kemal am 29. Oktober 1923 die Republik (Türkiye) aus. Der Name der Türkei leitet sich ab von türk („Volk das an seine Traditionen stark angebunden ist“ (Töre)) und iye („Land“, „Heimat“). (Siehe auch: [http://de.wikipedia.org/wiki/Etymologische_Liste_der_L%C3%A4ndernamen#T Namensherkunft Türkei]). Im Laufe seiner Amtszeit führte Atatürk tiefgreifende Reformen im politischen und gesellschaftlichen System durch, die die Türkei in einen modernen, säkularen, weltlichen und am Westen orientierten Staat verwandelten. Unter anderem wurde im Jahre 1922, noch vor der Ausrufung der Republik, das Sultanat abgeschafft und am 29. Oktober 1923 das Kalifat. 1924 schaffte die Türkei die religiösen Gerichte ab, 1925 wurden im Zuge einer umfassenden „Kleiderreform“ Fez (traditionelle türkische Kopfbedeckung der Männer) und Schleier für die Frau verboten und die Koedukation eingeführt. Im selben Jahr wurde die islamische Zeitrechnung durch den Gregorianischen Kalender ersetzt, sowie das metrische System eingeführt. metrische System In den folgenden Jahren wurden ganze Rechtssysteme aus europäischen Ländern übernommen und den türkischen Verhältnissen angepasst. 1926 wurde zunächst das Schweizer Zivilrecht - und damit die Einehe mit einer Gleichstellung von Mann und Frau - übernommen (Die Gleichstellung der Geschlechter gelang im täglichen Leben allerdings nur teilweise). Es folgten das deutsche Handelsrecht und das italienische Strafrecht. 1928 wurde die Säkularisierung ausgerufen und im gleichen Jahr die Arabische Schrift durch die Lateinische ersetzt (siehe Neues türkisches Alphabet). Im Zuge weiterer Reformen wurde in der Türkei 1930 das aktive Frauenwahlrecht eingeführt und seit 1934 dürfen sich Frauen auch selbst zur Wahl stellen (passives Frauenwahlrecht). Nur wenige der Reformen - etwa Atatürks Idee, in den Moscheen statt auf Arabisch nur noch auf Türkisch zu beten - wurden zurückgenommen, da man es nicht ganz durchführen und kontrollieren konnte. Nachdem Atatürk am 10. November 1938 starb, wurde sein enger Weggefährte Ismet Inönü zweiter türkischer Staatspräsident. Inönü war bestrebt, die Modernisierung der Türkei fortzuführen und die außenpolitische Neutralität beizubehalten. 1939 schloss sich die Republik Hatay der Türkei an und wurde zu der gleichnamigen Provinz mit der Hauptstadt Iskenderun. Iskenderun Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bewahrte die Türkei seine außenpolitische Neutralität. Erst am 23. Februar 1945 erklärte sie Deutschland und Japan symbolisch den Krieg, um anschließend die Charta der Vereinten Nationen mit zu unterschreiben. 1946 wurde in der Türkei erstmalig eine weitere politische Partei zugelassen. Die DP (Demokratische Partei) errang bei den Wahlen am 14. Mai 1949, unter der Führung von Adnan Menderes, die Mehrheit der Sitze im Parlament. Damit endete die seit Republikgründung herrschende Einparteienherrschaft der CHP. Der sich abzeichnende Ost-West-Konflikt und die Versuche der Sowjetunion, Einfluss auf die Türkei auszuüben, führte zur endgültigen Aufgabe der außenpolitischen Neutralität der Türkei. 1950 nahm die Türkei auf der Seite der USA am Korea-Krieg teil und trat 1952 in die NATO ein. 1960 proklamierte der regierende Ministerpräsident Menderes ein Ermächtigungsgesetz, um die politische Opposition auszuschalten. Gegen diese Maßnahmen putschte 1960 das Militär. Menderes und andere Politiker wurden unter Korruptionsvorwurf zum Tode verurteilt und am 17. September 1961 auf Imrali gehängt. Nachdem das Militär 1961 eine neue Verfassung einführte, gab es die Macht an eine Zivilregierung ab. Inönü wurde Ministerpräsident und regierte von 1961 bis 1965. 1963 schloss die Türkei mit der damaligen EWG ein Assoziationsabkommen ab. Aber auch die Folgeregierung konnte die Probleme nicht in den Griff bekommen. Linke und rechte Terror-Aktivitäten nahmen zu und die Wirtschaftslage verschlechterte sich rapide. 1971 griff die Armee, ohne zu putschen, erneut in die Politik ein. Unter dem militärischen Einfluss wurden repressive Maßnahmen gegenüber der Bevölkerung durchgesetzt. 1974 stürzte die damalige griechische Militärdiktatur den zypriotischen Präsidenten Makarios. Um einen Zusammenschluss zwischen Griechenland und Zypern zu verhindern, entsandte der Ministerpräsident Bülent Ecevit Truppen auf die Insel (Kıbrıs barış harekati). Nach schweren Kämpfen wurde ein Waffenstillstand vereinbart, der zur bis heute dauernden Teilung der Insel in einen selbstständigen und einen von der Türkei kontrollierten Teil führte. Am 15. November 1983 wurde die Türkische Republik Nordzypern (TRNZ) unter Rauf Denktaş proklamiert. Ab Mitte der 1980er bestimmte der Kurdenkonflikt die innenpolitische Debatte in der Türkei. Die Kurdenproblematik wurde bis dahin von der Politik tot geschwiegen und war nicht im Bewusstsein der türkischen Gesellschaft. Die Assimilierungspolitik der Türkei führte zur Unterdrückung der kurdischen Kultur und Identität. Als Reaktion darauf entstand im Jahre 1984 die „Arbeiterpartei Kurdistans“ (PKK) mit Abdullah Öcalan an ihrer Spitze. Sie nahm im Südosten den bewaffneten Kampf für einen unabhängigen sozialistischen Staat Kurdistan auf. Bis 1999 sind bei den Kämpfen und Anschlägen zwischen dem türkischen Militär und der PKK 30.000 Menschen ums Leben gekommen. Am 16. Februar 1998 nahm der türkische Geheimdienst Abdullah Öcalan, den Führer der PKK, in Kenia gefangen und brachte ihn in die Türkei. Daraufhin erklärte die PKK einen einseitigen Waffenstillstand, der erst wieder 2004 gebrochen wurde. Im Februar 1994 wurde die gewählte kurdische Parlamentarierin der DEP-Partei (Leyla Zana) unter dem Vorwurf verfassungsfeindlichen Handelns inhaftiert. Mitte 2004 wurden sie und drei weitere inhaftierte DEP-Abgeordnete nach hohem Druck der EU im Bezug auf dem EU-Beitritt der Türkei freigelassen. Unter der Regierung Ecevits (1999-2002) begannen umfassende Reformen im Zivilrecht und stärkten die Menschen- und Freiheitsrechte (z. B. Versammlungs- und Demonstrationsrecht). Diese Reformen wurden unter der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (seit 2001) fortgesetzt. Unter anderem wurde die Todesstrafe abgeschaft, Folter verboten und die kulturellen Freiheiten der kurdischen Minderheit gestärkt. So ist der Gebrauch der kurdischen Dialekte, Kurdischunterricht und kurdische Radio- und Fernsehkanäle nun erlaubt. So erteilte die Regulationsbehörde für Fernseh- und Radiosender (RTÜK) am 18. August 2004 drei Privatsendern im Südosten der Türkei, die Lizenz in Kurmanci oder Zazaki zu senden. Auch der staatliche Sender TRT 3 strahlt Sendungen in Arabisch, Zazaki, Kumanci, Bosnisch usw. aus. Bosnisch Am 15. November 2003 und 20. November 2003 verübte eine Zelle der Al-Qaida mehrere Bombenanschläge in Istanbul. Ziele der Anschläge, bei denen 60 Menschen starben, waren zwei Synagogen, das britische Konsulat und die Filiale der britischen HSBC-Bank. Seit 2004 sind die Kämpfe zwischen der türkischen Regierung und der PKK wieder aufgeflammt und 2005 nahmen sie nochmals an Intensität zu. Am 10. August 2005 traf sich Recep Tayyip Erdoğan in Ankara mit türkischen und Intellektuellen der in der Türkei lebenden Minderheiten um über die Probleme im Südosten des Landes zu sprechen. Anschließend verkündete Erdoğan am 12. August 2005 bei einem Besuch in Diyarbakır, dass die Probleme im Osten ein spezifisch kurdisches Problem (kürt sorunu) sind und er diesem Problem auf demokratischer Ebene begegnen will. Diese Äußerung wird in türkischen Medien bereits jetzt als historisch gewertet. Zum ersten Mal in der türkischen Geschichte wurde der spezifisch kurdische Charakter des Konfliktes im Osten der Türkei anerkannt. Nach 40-jähriger Bemühung erreichte die Türkei am 3. Oktober 2005 die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union. Siehe auch: Seldschuken, Türkenkriege, Jungtürken, Panturkismus, Exil in der Türkei 1933–1945, Kurdenkonflikt in der Türkei

Politik

Hauptartikel: Politisches System der Türkei In der Türkei herrscht eine Gewaltenteilung zwischen der Legislative, Exekutive und der Judikative. Nach der Verfassung aus dem Jahr 1982 ist die Türkei eine parlamentarische Demokratie mit einem relativ mächtigen Präsidenten und einer unabhängigen Justiz. Diese Verfassung wurde zuletzt 2002 verändert. Die Türkei ist das einzige demokratische Land der Welt, das mehrheitlich moslemisch geprägt ist. Gesetzgebendes Organ (Legislative) ist in der Türkei die Große Nationalversammlung (Türkiye Büyük Millet Meclisi). Sie besteht aus 550 Parlamentariern, die vom Volk direkt für fünf Jahre gewählt werden. Ab dem 18. Lebensjahr ist jeder Staatsbürger in der Türkei wahlberechtigt. Gewählt werden darf jedoch nur innerhalb der Türkei, eine Wahlbeteiligung aus dem Ausland z. B. durch eine Briefwahl für im Ausland lebende türkische Staatsbürger existiert nicht. Aufgrund dieser Reglung sind Millionen von türkischen Staatsbürgern, die im Ausland (vor allem in der Europäischen Union) leben und arbeiten von den Wahlen ausgeschlossen. Staatsoberhaupt ist der vom Parlament für sieben Jahre gewählte Staatspräsident. Eine Wiederwahl des Staatspräsidenten ist per Verfassung verboten. Der Staatspräsident beauftragt den Parteivorsitzenden der Mehrheitspartei mit der Bildung der Regierung. Regierungschef ist der Ministerpräsident, der die Mehrheitspartei oder die Regierungskoalition repräsentiert. Der Staatspräsident segnet die Minister der Regierung ab. Das Verfassungsgericht ist der oberste Gerichtshof der Türkei. Es entscheidet über die Verfassungsmäßigkeit der vom Parlament verabschiedeten Gesetze. Erstmals wurde 2005 mit Tülay Tuğcu eine Frau zur Vorsitzenden des höchsten Gerichts der Türkei gewählt. Der Inlandsnachrichtendienst Millî İstihbarat Teşkilâtı wacht mittels umfangreicher Ermächtigungen u. a. über die innere Ordnung, Verfassung und Sicherheit des Landes. Siehe auch: Liste der Präsidenten der Türkei, Vorlage:Navigationsleiste Türkische Ministerpräsidenten

Ergebnis der Parlamentswahlen

Bei den Parlamentswahlen im Jahre 2002 schafften die Partei des Rechten Weges (DYP), Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP), Mutterlandspartei (ANAP) und DSP aufgrund der 10%-Hürde den Einzug ins Parlament nicht. Das schlechte Abschneiden der an der Regierungskoalition von 1999 bis 2002 beteiligten Parteien DSP, ANAP und MHP lag vor allem in der schweren Wirtschaftskrise, die die Türkei 2001 in eine tiefe Rezession stürzte und viele Bevölkerungsgruppen in die Armut trieb. Die konservativ-islamische Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) mit ihrem Vorsitzenden Recep Tayyip Erdoğan ging aus diesen Wahlen als die klare Siegerin hervor und errang die Mehrheit der Parlamentssitze. Die neu gegründete AKP kam auf Anhieb auf 34,4 % der abgegebenen Stimmen. Obwohl sie nur ein Drittel der Stimmen auf sich vereinigen konnte, kam sie, weil viele andere Parteien an der 10%-Hürde scheiterten, auf fast 3/4 der Parlamentssitze (für Verfassungsänderungen wird eine 3/4 Mehrheit benötigt). Im Zuge von Parlamentarier-Wanderungen veränderte sich das Bild im Parlement. Mittlerweile erreicht die ANAP mit 21 Parlamentariern sogar Fraktionsstärke. Darüberhinaus schaften auch die SHP und DYP den "Sprung" ins Parlament und sind jeweils mit 4 Abgeordneten vertreten. Die Ergebnisse der letzten Wahl (2002):
- AKP 34,3 %
- CHP 19,4 %
- DYP 9,6 %
- MHP 8,3 %
- DEHAP 6,7 %
- ANAP 5,1 %
- DSP 1,1 % Zusammensetzung des Parlaments (Stand 14. Oktober 2005):
- AKP (Vors. Recep Tayyip Erdoğan) 356 Abgeordnete,
- CHP (Vors. Deniz Baykal) 155 Abgeordnete,
- ANAP (Vors. Erkan Mumcu) 21 Abgeordnete,
- SHP 4 Abgeordnete
- DYP (Vors. Mehmet Agar) 4 Abgeordnete,
- LDP 1,
- HYP 1,
- Unabhängige: 5 Abgeordnete,
- Unbesetzt: 4 Abgeordnete.

Gewerkschaften

Gewerkschaftsbünde Türk-İş (gemäßigt, ca. 2,13 Mio. Mitglieder), DISK (links-orientiert, ca. 0,35 Mio. Mitglieder) Hak-İş (islamisch-konservativ, ca. 0,36 Mio. Mitglieder).

Außenpolitik

Hauptartikel: Außenpolitik der Türkei Zu den außenpolitischen Konstanten gehören für die Türkei der Beitritt zur Europäischen Union, die Westbindung und das Verhindern eines eigenständigen kurdischen Staates. Die Türkei betrachtet sich auch als Schutzmacht der Turkmenen auf dem Balkan und im Nord-Irak. Darüber hinaus versucht die Türkei eine Führungsrolle bei den Turkstaaten (Aserbaidschan, Usbekistan, Turkmenistan, Kirgisistan und Kasachstan) Zentralasiens einzunehmen und die Beziehungen zu den autonomen türkischen Republiken und Regionen zu verbessern. Ungewöhnlich für einen mehrheitlich von Muslimen bewohnten Staat sind die guten Beziehungen der Türkei zu Israel; es werden u. a. regelmäßig gemeinsame Militärmanöver durchgeführt. Die heutige türkische Regierung bestreitet den Völkermord an den Armeniern von 1915/16 offiziell und versucht auf diplomatischen Wegen andere Staaten davon abzuhalten, den Völkermord offiziell anzuerkennen. Der Völkermord wird offiziell neben Armenien selbst durch folgende Staaten und Organisationen anerkannt: Belgien, Frankreich, Italien, Russland, Slowakei, Schweiz, die UNO und die EU. Die Türkei und überstaatliche Organisationen: Die Türkei ist seit 1952 Mitglied der NATO und seit 1963 assoziiertes Mitglied in den Vorläuferorganisationen der EU und strebte seit über vier Jahrzehnten Verhandlungen über eine Vollmitgliedschaft zuerst in der Arabische Halbinsel als Urheimat der Araber
- das Königreich Saudi-Arabien, das sieben Zehntel der eigentlichen Halbinsel (ohne Nordarabien) umfaßt
- das (fiktive) einheitliche "Arabische Vaterland", siehe Arabische Einheit

Zentralasien

Zentralasien oder Mittelasien ist eine zusammenfassende Bezeichnung für die im Zentrum des Kontinentes Asien gelegenen Staaten Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Kirgisien sowie für Sinkiang (Xinjiang) und Tibet (westliche Provinzen Chinas, wo geographisch der Mittelpunkt Asiens liegt). Teilweise werden auch das südlicher gelegene Afghanistan sowie im Osten die Mongolei und die Wüste Gobi (Innere Mongolei) zu Zentralasien gezählt. Geographisch würde auch der an Kasachstan grenzende Süden Sibiriens dazugehören. Russische Geographen unterscheiden zwischen Mittelasien ("Srednjaja Asija"), das die 5 oben genannten ehemaligen Sowjetrepubliken umfasst, und Zentralasien ("Zentralnaja Asija"). Letzteres umfasst die Mongolei und die zentralasiatischen Teile Chinas. In Anlehnung an diesen russischen Sprachgebrauch wurde auch im Deutschen in der DDR zwischen Mittelasien und Zentralasien unterschieden. Zu Innerasien zählen im engeren Sinne nur Sinkiang (Chinesisch-Ostturkestan), die (äußere) Mongolei, Tibet sowie Tannu-Tuwa (Tuwinische Republik im sibrischen Russland). Neuerdings - mehr politisch als geographisch inspiriert - wird der Begriff "Zentralasien" auch auf die heute selbstständigen asiatischen ehemaligen Sowjetrepubliken eingeschränkt.

Geographie und Vegetation

Die Vegetation des Gebiets ist von Wüsten, Halbwüsten und Steppen geprägt, das Klima ist ausgesprochen kontinental und trocken.

Bevölkerung

trocken Der westliche und zentrale Teil (einschließlich Sinkiangs) ist hauptsächlich von Turkvölkern und iranischen Völkern bewohnt und kulturell vom Islam beeinflusst. Der dünner besiedelte östliche Teil ist von Tibetern und Mongolen bewohnt und vom Lamaistischen Buddhismus geprägt.

Weblinks


- [http://www.osteuropa-netzwerk.de/Mittelasien/index.htm Linksammlungen des Osteuropa-Netzwerks zu den mittelasiatische GUS-Staaten]
- [http://www.uni-graz.at/franz.koelbl/zentralasien/ Fotos und Erlebnisse von den zentralasiatischen Ländern] Kategorie:Asien Kategorie:Region ja:中央アジア ko:중앙아시아 nb:Sentral-Asia

Steinfrucht

Steinfrüchte sind Schließfrüchte, bei denen der innere Teil der Fruchtwand (Perikarp) verholzt, während sie außen fleischig und meistens saftig bleibt. Es besteht in den meisten Fällen ein Zusammenhang mit einer Anpassung an Endozoochorie, an die Samenausbreitung durch fruchtfressende Tiere. Der Same wird dabei durch das verholzte Endokarp, die innere Schicht der Fruchtwand, vor Beschädigung geschützt. Drumherum bilden die äußeren Schichten der Fruchtwand, das Meso- und Exokarp, fleischige, aus lebenden Zellen aufgebaute, oft aber nicht immer für den Menschen genießbare, saftige Anteile aus. Z.B. die Walnuss und die Kokosnuss. Steinfrüchte sind unter anderen: Kirsche, Pfirsich, Pflaume, Mango, Olive, Kokosnuss, Mandel, Mirabelle und Walnuss. Eine Sonderform ist die Sammelsteinfrucht. Kategorie:Pflanzenmorphologie

Gerben

Beim Gerben wird Tierhaut zu Leder verarbeitet. Das Gerben ist eines der ältesten Gewerbe. Lange vor der Zeitenwende waren lederne Gegenstände in Ägypten und bei den Israeliten in Gebrauch. Im Mittelalter war die Produktion von Leder in Vorderasien und Nordafrika sehr viel weiter fortgeschritten als in Europa, sowohl was die Quantität als auch was die Qualität anbetraf. Erst 1749 wurde die erste Saffianleder-Fabrik im Elsaß errichtet. Die Herstellung einzelner Lederarten war in Deutschland lange Zeit einzelnen Regionen oder Städten vorbehalten:
- Sohlleder in alter Grubengerbung im Rheinland, besonders in Trier, Malmedy (jetzt Belgien)
- Sohlleder in Schnellgerbung in Norddeutschland, besonders in Hamburg
- Roßleder in Holstein
- Lackleder, besonders Lackkalbleder in Worms und Mainz
- Lackleder für Wagenverdecke in Mülheim an der Ruhr
- feine Wichskalbleder in Barr im Elsaß
- Kipsoberleder in Backnang
- farbige Leder in Offenbach, wo heute noch die Lederwarenmesse stattfindet, und im Taunus
- Glacéleder in Berlin, Magdeburg, Altenburg und München Ziel des Gerbens ist es, den Fäulnisprozess der Tierhaut zu unterbinden und die Haut in ein möglichst widerstandsfähiges und zum Teil wasserabstoßendes Material zu verwandeln. Um die Haut auf die Gerbung vorzubereiten, durchläuft sie die Wasserwerkstatt, in deren Verlauf die nicht-ledergebenden Bestandteile (Haare, Unterhautbindegewebe, Fett und unstrukturierte Eiweiße) entfernt werden. Dies geschieht auf chemischem Wege (Weiche, Äscher, Hautaufschluss) und mechanisch (entfleischen, spalten, streichen). Die so genannte Blöße ist damit für die eigentliche Gerbung vorbereitet. Die Gerbung kann durch Einsatz von pflanzlichen Gerbstoffen (vegitabile Gerbung) oder als Mineralgerbung erfolgen. Bei der pflanzlichen Gerberei (Lohgerberei) werden Eichen- oder Fichtenrinden, Auszüge aus Quebracho-, Kastanien- oder Eichenholz, Mimosa-, Sumach- und andere Holz- bzw. Rindengerbstoffe eingesetzt. Aus dieser Nutzung entstanden die Lohwälder. Die pflanzlichen Gerbmittel werden in einer Lohmühle gemahlen. Der verwendete Sud wird auch Lohe genannt. Bei der Mineralgerbung werden Chrom- (Chromgerberei) und Alaungerbung (Weißgerberei) unterschieden. Der Gerbungsprozess besteht aus drei Phasen: dem Quellen des Kollagen, dem Eindringen des Gerbextrakts und dessen Fixierung. Bodenleder, die nach dem klassischen Verfahren der Alt-Grubengerbung mit rein pflanzlichen Gerbstoffen in einer Gerbzeit von mehr als 12 Monaten hergestellt werden, ist dabei die nicht nur die natürlichste Art der Ledergerbung, auch ist es der Grund für die extrem lange Haltbarkeit, hohe Wasserfestigkeit und Atmungsaktivität einer Ledersohle. Nach Abschluss der Gerbung werden die Leder dann je nach Verwendungszweck nachgegerbt, gewaschen, gefärbt und gefettet. Nach der Trocknung kann zur Steigerung der Gebrauchsfähigkeit noch eine Oberflächenbehandlung mit Zurichtmitteln erfolgen. Damit wird ein hochwertiger Werkstoff für vielerlei Einsatzmöglichkeiten hergestellt. Allgemein unterscheidet man drei Arten der Gerberei, die wiederum in Unterarten zerfallen: #Lohgerberei oder Rotgerberei (mit pflanzlichen Stoffen) #Sämischgerberei (mit tierischen Stoffen) #Mineralgerberei (mit mineralischen Stoffen)
  - die Weißgerberei
    - die eigentliche Weißgerberei (Alaun und Kochsalz)
    - die ungarische Weißgerberei (Alaun und Kochsalz, Fett)
    - die französische, Erlanger oder Glacégerberei (Alaun, Kochsalz, Mehl, Eidotter)
    - die Pelzgerberei
  - die Chromgerberei
    - Einbadverfahren
    - Zweibadverfahren
  - die Eisengerberei (konnte sich in der Praxis nicht durchsetzen)

Museen


- Lohgerbermuseum Dippoldiswalde
- Gerberei-Museum Enger
- Museum für Gerberei- und Stadtgeschichte Hirschberg
- Gerberei Museum Malmö
- Gerberei Bremer aus Moers im Niederrheinischen Freilichtmuseum
- Gerbereimuseum in Calw

Weblinks


- [http://www.enger.de/besucher/gerberei.html Museum in Enger]
- [http://www.dippoldiswalde.de/museum/index.php Lohgerbermuseum Dippoldiswalde] Kategorie:Handwerk Kategorie:Leder

Wolle

Als Wolle bezeichnet man die weichen Haare des Fells einiger Säugetiere (im Gegensatz zum Deckhaar) insbesondere vom Schaf (Schafwolle). Sie gehört wie Seide und Kasein zu den Proteinfasern, jedoch unterscheiden Wolle und andere Tierhaare sich von diesen durch ihren hohen Schwefelgehalt (3-4 %), der vom hohen Gehalt der Doppelaminosäure Cystin herrührt. Wolle ist ein nachwachsender Rohstoff.

Terminologie

Die Bezeichnung Schurwolle oder Reine Schurwolle (engl.: pure new wool) drückt aus, dass es sich um neue, unmittelbar von einem lebenden Tier stammende Wolle, und nicht um ein wiederverwendetes, also aus Alttextilien hergestelltes Recyclingprodukt wie Reißwolle oder um die aus den Fellen geschlachteter (Schwöde-, Schwitz-, oder Gerberwolle) oder verendeter (Sterblingswolle) Tiere gewonnene Wolle handelt. Kennzeichnung nach dem Textilkennzeichnungsgesetz: WV = Reine Schurwolle WO = Reißwolle. Die Bezeichnungen wie "Super 100", "Super 120" etc. findet man auf jedem besseren Anzug aus Schurwolle. Es sollte auf dem Label des jeweiligen Stoffherstellers angebracht sein. Es bezeichnet die Feinheit des versponnenen Wollgarns, z. B. Super 100 bedeutet: 100 Meter des Garns wiegen 1 Gramm. Je höher die Zahl, desto feiner das Garn, derzeit (2005) werden bis Super 210 für sehr feine und sehr teure Stoffe verarbeitet. Die Bezeichnung ist aber nicht geschützt, so dass ebenso auf renommierte Stoffhersteller zu achten ist. Beim Spinnen mittels präziser hochelektronischer Spinnmaschinen, die auf einen Mikrometer genau arbeiten, wird die zu spinnende Wolle in einen langen Faden gesponnen. Je dünner und damit auch je länger (aus dem selben Kilogramm Wolle) dieser Faden wird, desto höher ist die Qualität.

Eigenschaften

Die Wolle hat eine sogenannte natürliche Thermoregulations-Eigenschaften. Wolle kann im Faserinneren Wasserdampf aufnehmen, die Oberfläche stößt Wasser jedoch ab. Sie kann bis zu 33 % ihres Trockengewichtes an Wasser aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen, sie leitet Feuchtigkeit wesentlich schneller ab als z. B. die viel verwendete Baumwolle. Da Wollwaren (bezogen auf ihr Gesamtvolumen) aus bis zu 85 % Luft bestehen, wärmen sie gut. Wolle nimmt Schmutz schlecht an, knittert kaum, da die Faser sehr elastisch ist, Wolle ist sehr farbbeständig und schwer entflammbar. Wolle nimmt im Gegensatz zu Kunstfasern wenig Schweißgeruch an. Wolle neigt zum Fusseln (Pilling), was man durch Fusselfrei-Ausrüstungen mindern kann. Ohne spezielle Ausrüstung kann sich grobe Wolle direkt auf der Haut unangenehm kratzig anfühlen, was bei feinen Merinowollen jedoch nicht der Fall ist.

Gewinnung

Merinowollen Zur Wollgewinnung werden Tiere geschoren (Schurwolle) oder ausgekämmt, Kaschmirziegen (Kaschmir), Angorakaninchen (Angora). Einige Schafrassen (Soay) werden gezupft (das ist für die Tiere schmerzfrei, man löst jeweils vorsichtig nur die fast schon losen Haare). Wolle von Angoraziegen ist als Mohair bekannt. Wolltypen Wolltypen unterschieden nach Faserbeschaffenheit :
- 1. Merinowolle: Sie ist fein, weich, stark gekräuselt und kurzstapeliger als die im Folgenden genannten Typen. Sie stammt vom Merinoschaf. Die Wolle kommt in hochwertigen Kammgarnen in der Oberbekleidung zum Einsatz.Die Faserfeinheit reicht von 16 bis 23,5 Mikrometer.
- 2. Crossbredwolle: Sie ist mittelstapelig, mittelfein, nicht so weich wie und weniger stark gekräuselt als Merinowolle. Sie stammt von Crossbredschafen, einer Kreuzung aus Merino- und Grobwollschaf. Die Crossbredwolle wird sowohl in der Oberbekleidung als auch im Heimtextilbereich eingesetzt.Die Faserfeinheit reicht von 24 bis über 40 Mikrometer.
- 3. Grobwolle: ist langstapelige, grobe und derbe, eher glänzende Wolle. Sie ist eher wenig oder nicht gewellt. Sie stammt vom Grobwollschaf, z. B. dem Shetlandschaf. Einsatzgebiete sind z. B. die Teppichindustrie oder technische Anwendungen (Dämm-Material, Bezugsstoffe).

Weiterverarbeitung

Die Wolle wird gewaschen, gekämmt, gefärbt oder gebleicht und häufig zum Kammgarn versponnen. Die so entstandenen Fäden lassen sich dann zu Stoffen weben, zum Stricken (Strickwaren) und Trikotagen verwenden oder werden von Hand oder maschinell zu Teppichen geknüpft. Die gereinigte und gekämmte Wolle kann auch zu Filz, einem Vliesstoff, verarbeitet werden. Um der Wolle Eigenschaften zu verleihen, die sie von Natur aus nicht hat, wird sie ausgerüstet. Einige dieser Ausrüstungen verleihen ihr z. B. Mottensicherheit, Filzfreiheit, Maschinenwaschbarkeit usw.

Verwendung

Wolle wird vor allem zu Garnen versponnen. Sie kann auch für Matratzen oder als natürliche Wärmedämmung verwendet werden. Schafwolle ist als Dämmstoff geeignet, da sie nicht brennbar ist und bei Brandeinwirkung nur verklumpt (man erkennt sie leicht am typischen Brandgeruch). Sie wird deshalb auch heute noch zu technischen Textilien (Brandschutz, Arbeitskleidung) verarbeitet. Auch Teppiche und Sitzbezüge in öffentlichen Verkehrsmitteln wie Flugzeugen, Bahnen oder Bussen bestehen aus Wolle.

Spezielle Garne

Bereits die Vorfahren der Inkas fertigten feinste Garne aus der Wolle der südamerikanischen Kleinkamele (Alpakas) und der noch selteneren wilden Vikunjas. Auch heute gilt Alpaka als sehr hochwertiges Garn. Es ist fünf mal wärmer als Schafwollgarne. Durch mikroskopisch kleine Lufttaschen hält es wärmer als fast jede andere tierische Faser. Alpaca enthält kein Lanolin und ist daher für Wollallergiker geeignet. Strickwolle besteht heute meist aus einem Gemisch von Wolle und Kunstfasern.

Spezielle Stoffe

Tweed ist ein besonders grober, warmer und dauerhafter Wollstoff. Original Harris Tweed kommt von den Äußeren Hebriden. Bekannte italienische Webereien von hochwertigen Wollstoffen sind u. a. Cerruti, Zegna, Scabal und Loro Piana.

Sekundärprodukte

Wolle, besonders Schafwolle enthält das Wollfett Lanolin. Üblicherweise wird es vor der Verarbeitung entzogen, um es später der gereinigten und veredelten Wolle wieder hinzuzufügen oder in der Kosmetik- und Textilindustrie für andere Zwecke zu gebrauchen. So ist z. B. in der bekannten Babypflegecreme Penaten Lanolin enthalten.

Zitat

Mancher geht nach Wolle und kommt geschoren nach Hause. - Miguel de Cervantes (Don Quijote)

Weblinks


- [http://www.bremer-wollhandel.de Wirtschaftliche Bedeutung des Bremer Wollhandels]
- [http://www.woolmark.com/about_education.php Australische Wolle-Marketingorganisation, Nachfolger des Internationalen Wollsekretariats (IWS)] siehe auch: Haar, Spinnen, Weben, Kategorie:Faser Kategorie:Nicht essbares Tierprodukt ja:ウール

Türkische Küche

Die Türkische Küche hat eine lange Tradition, die auf eine einfache, turkstämmige und nomadische Küche zurückgeht. So wurde früher fast ausschließlich Schafsfett zum Kochen verwendet. Olivenöl ist erst seit relativ kurzer Zeit im Gebrauch. Geprägt wurde sie durch den Kontakt mit der indischen, persischen und islamisch-arabischen Küche, sowie den Kochtraditionen der Völker des Mittelmeerraumes und des Kaukasus. So konnte sich bereits in historischer Zeit eine hochstehende Esskultur entwickeln, die schon bald auf die griechische und die Balkanküche ausgestrahlt hat. Der wichtigste Beitrag zur gesamteuropäischen Esskultur war sicherlich die Vermittlung der Kaffeetradition (Mokka) aus dem arabischen Raum. Entgegen der Legende hatte dies allerdings nichts mit der 2. Türkenbelagerung von Wien zu tun, da es schon vorher vereinzelt Kaffeehäuser in Europa gab. Auch im Istanbul der osmanischen Ära waren Kaffeehäuser schon regelrechte Literaten- und Intellektuellentreffpunkte. Der Kaffeegenuss war aus politischen Gründen sogar zeitweise verboten. Soweit es die muslimischen Bevölkerungsteile betrifft gelten, wie für alle Kochtraditionen im islamischen Raum, auch für die türkische grundsätzlich die Speisevorschriften des Islam von haram (verboten) und helal (erlaubt). Das Schächten, der Ramadan und das Zuckerfest Şeker Bayram werden beachtet. Für den europäischen Geschmack ist das türkische Essen oft zu stark gesalzen und überzuckert. Dies liegt teilweise daran, dass die Türken glauben, viel Zucker und Salz macht das Essen reichhaltiger. Es ist ratsam Mahlzeiten mit den Hinweis "az şekerli" (wenig Zucker) und "az tuzlu" (mit wenig Salz) zu bestellen.

Allgemeines

Das Frühstück - „Kahvaltı" - besteht typisch aus Weißbrot, Schafskäse, grünen und schwarzen Oliven, Tomaten, Gurken, milchsauer eingelegtem Gemüse, Konfitüre, Joghurt und Schwarztee - der Begriff Joghurt ist ein Beitrag der Türken und heute weltweit der Name für dieses Milchprodukt. Die Grundlage der türkischen Mahlzeiten sind neben Milchprodukten und verschiedenen Gemüsen die aus Weizenmehl hergestellten Backwaren. „Ekmek" ist das gewöhnliche Weißbrot, "Pide" ein Fladenbrot, „Simit" die Sesambrezel. Mantı sind Teigtaschen ähnlich den Tortellini. Außerdem gibt es sehr viele Variationen von Börek, dünnen Teigfladen mit verschiedenen Füllungen, wie Spinat, Schafskäse, Hackfleisch, Kartoffeln und grünen Linsen. „Pilav" wird entweder aus geschroteten Weizenkörnern (Bulgur) oder aus normalem Reis bereitet, der oft mit Butter abgeschmälzt wird.

Gegrilltes Fleisch

Sowohl Kebap als auch Börek haben ihren Ursprung in der Zeit der türkischen Nomaden. Damals begannen auch die Turkvölker, ihr Fleisch über dem offenen Feuer zu grillen und zu braten. Die westliche Welt kennt Şiş Kebap und Döner.
- Şiş Kebap sind gegrillte Fleischstücke am Spieß, z.B. vom Lamm, Rind oder Geflügel. Unsere Bezeichnung Schaschlik basiert auf dieser türkischen Bezeichnung.
- Döner Kebap ist auf einem senkrecht gestellten Drehspieß geröstetes Hammel- oder Lammfleisch, von dem wiederholt die neu gegrillte äußere Kruste in feinen Spänen abgeschnitten wird.
- Izgara ist gemischtes Grillfleisch, z.B. Lammsteaks, Köfte oder Şiş.
- Köfte ist gegrilltes, gebratenes, ofengebackenes oder gekochtes Hackfleisch, das zuerst mit speziellen Gewürzen, Eiern, feingehackten Zwiebeln und Petersilie verrührt wird und danach in längliche, runde oder fingerdicke Frikadellen geformt wird.

Fleischwaren


- Pastırma , sehr salzig geräuchertes Rinderschinkenfleisch.
- Sucuk, salzige Rinderfleischwurst, welche gebraten zum Frühstück gegessen wird.
- Piliç, Hühnchen, Broiler haben seit den 70 Jahren den Siegeszug durch die türkische Küche angetreten, wie überall auf der Welt. Die meisten Hühnchen kommen aus der Bolu- Region und Mudurnu.

Teigwaren

Die türkische Küche bietet eine Vielzahl an, meistens in Steinöfen, gebackenen Teigwaren.
- Die Pide ein Standardgericht das in den meisten Lokalen und in den Pide Lokantası angeboten ist.
- Der Lahmacun ist einer der preiswertesten Mahlzeit, auch türkische Pizza genannt, wird er meistens in den Ausführungen "Acil" (scharf) und normal verkauft. Der Lahmacun ist fast-food aus dünnem Fladenbrot, mit Hackfleisch, feingehackten Gemüsen und Gewürzen. Dazu trinkt man am besten einen Ayran.
- Dürüm in Fladenbrot eingewickeltes gebratenes Hackfleisch, meistens Adana Typos.
- Ekmek Brot. Das türkische ist ein leichtes Weißbrot das zum Volkspreis (Halk fiyat) verkauft wird. Es schmeckt am besten, wenn es gerade aus einem Steinofen kommt. Graubrot- aus Hirse und Maisbrot ist nicht überall erhältlich. Schwarzbrot gibt es nur in den wenigen deutschen Bäckereien von Istanbul, Ankara, Izmir, Alanya.

Suppen

In den meisten Lokalen und Garküchen gibt es ständig eine Auswahl von mindesten zwei Suppen. (Çorba).
- Linsensuppe
- Ezogelin Suppe
- Yayla Suppe
- Yogurt Suppe
- Paca Suppe

Salate

Die Salate werden in der Türkei sehr frisch und ohne Salatsoße serviert
- Çoban Salatası (Hirten Salat): Tomaten, Gurken
- Yeşil Salatası: Grüner Salat
- Roka Salatası: Einer der bekömmlichsten lokalen Salate, mit leicht bitterem Geschmack.

Gemüse

In der türkischen Küche wird neben Getreideprodukten auch viel Gemüse verzehrt. Die einfachsten und meist servierten Gemüsegerichte sind mit Gemüsestücken wie Zucchini oder Auberginen kombiniert und mit Tomaten, grünen Pepperoni und Zwiebeln ergänzt, die in Butter oder Olivenöl in ihrem eigenen Saft langsam gegart werden. Diese Gerichte werden oft mit Joghurtsoße - „Cacık“ serviert. „Dolma“ (gefüllt) ist Gemüse, das ausgehöhlt und mit Fleisch oder Reis gefüllt wird. Verwendet werden z.B. Auberginen, Zucchini, Tomaten oder Kohl. „Sarma“ sind gefüllte Weinblätter.
- Biber, Grüner und roter Pepperoni fehlt in keiner türkischen Küche. Man verwendet den getrockneten und geriebenen Pul Biber, dessen besten Sorten aus Urfa und Adana kommen.
- Acil Ezme, Scharfe Paprikasoße
- Zeytin, Oliven verkäuflich in den verschiedensten Sorten von unterschiedlicher Qualität. Beliebt sind die schwarzen salzigen Gemlik-tipi, Zutaten eines typischen Frühstücks.
- Tursu, in Salz und Essig eingelegte Gemüse. Gurken, Pepperoni usw. werden manchmal in schön dekorierten Gläsern verkauft.

Meze - Aperitif

Meze ist der Name von kleinen Vorspeisen, die mit alkoholischen Getränken konsumiert werden, z.B. Wein oder Rakı. Das geringste Meze zu Rakı sind Honigmelonen und cremiger Schafskäse, der mit frischem Brot serviert wird. Außerdem besteht ein typisches „Meze-Menü“ aus getrockneten oder marinierten Makrelen, Gemüse mit dicker Joghurtsoße und Knoblauch; Teller mit kaltem Gemüse, das zuvor gekocht oder in Olivenöl gebraten wurde; gebratene, pikante „Böreks“; Lahmacun: belegte Fladenbrote; frittierte Muscheln und Tintenfisch, serviert in Sauce; Tomaten- und Gurkensalat und Fischrogen in Sauce. Allgemein muß man den Begriff "Meze" aufteilen in zwei verschiedene Sorten: Die kalten und die warmen Meze Zu den kalten Meze gehören verschiedene Cremes, die vorrangig aus Yoghurt hergestellt werden und daher eine wunderbar leichte Konsistenz haben. Zu den kalten Meze gehören (eine kleine Auswahl):
- Haydari (Sprich: heidari): Eine Creme aus türk. "Süzme"-Yoghurt (sprich: züsme joht) der 10% Fettanteil enthält, viel frische Pfefferminze, Schafskäse, ein bißchen Zucker zum abschmecken, ein wenig Zitronensaft sowie Olivenöl, auf Salz kann verzichtet werden, da der Käse genug eigene Würze mit einbringt
- Havuc Ezmesi (Sprich: hawutsch esmeßi): Eine Creme aus fein geriebenen Möhren, Süzme Yoghurt Zitronensaft, einer Prise Zucker, Salz und Pfeffer sowie etwas Olivenöl
- Antep Ezmesi: Eine feurig-scharfe und dennoch fruchtige Gemüse-salsa, die aus dem Osten der Türkei stammt, wo naturgemäß salziger und schärfer als im Rest des Landes gegessen wird (aufgrund der heißen klimatischen Bedingungen). Sie besteht aus sehr klein geschnittenen roten Paprika (alle Zutaten müssen mit der Hand geschnitten werden und dürfen auf keinen Fall gerieben oder maschinell zerkleinert werden, da sie sonst eine zu wässerige Konsistenz bekommen und damit an Geschmack verlieren - viel Arbeit die sich lohnt!), sehr klein geschnittenen Zwiebeln und grünen (Spitz-)Paprika, etwas Paprikamark sowie Tomatenmark, Zitronensaft, Salz, Zucker, Thymian, frischer zerhackter Blattpetersilie, etwas Pfefferminze sowie Olivenöl
- Cacik (Sprich: Dschadschik): Süzme Yoghurt in Kombination mit klein geschnittenen (warum s.o.) Gurken, einer Prise Zucker, Salz und Pfeffer sowie Zitronensaft und Olivenöl, nach Belieben auch frischem Dill und Pfefferminze An warmen Vorspeisen sollte man hervorheben:
- sigara Böregi: Dünner mit Käse und Petersilie gefüllter Blätterteig in Fett aufgebacken
- Mantar Firinda: Mit zwei Sorten Käse gefüllte Champignons, die mit Sauce verfeinert im Ofen überbacken werden
- Mücver: Gemüsepuffer mit viel Zucchini und frischem Dill Allgemein kann man sagen, die türkische Küche besticht durch eine hervorragende Auswahl an gesunden und leckeren Vorspeisen, die sogar gut ein Hauptgericht entfallen lassen können. Natürlich wird zu all diesen Gaumenfreuden frisches Brot, wahlweise Pide oder Weißbrot gereicht.

Fisch und Meerstiere

Die Türkei liegt an vier Meeren (Schwarzes Meer, Marmarameer, Ägäis und östliches Mittelmeer). An den Fischverkaufsständen wird oft auch billiger tiefgekühlter Fisch aus Norwegen verkauft. Die Küstenbewohner sind Experten in der Auswahl und in der Zubereitung von Fisch. In der Regel wird der Fisch gegrillt oder in einer Steinschale gebacken. Jeder Monat hat seine bevorzugten Fischgerichte.
- Hamsi: (Anchovis) gilt als "König der Fische". Die Menschen der Schwarzmeerküste kennen 41 verschiedene Rezepte für Hamsi, z.B. „Hamsi Börek", „Hamsi Pilav" oder „Hamsi dessert", in Öl gebraten werden sie in einer speziellen Kupferpfanne mit Deckel zubereitet.
- Arabalik: Forelle wird oft gebraten in Freiluft-Restaurants serviert. Die Tische stehen dann oft in einem fließenden Bach, so dass man die Füße genüsslich kühlen lassen kann.
- Tuna: Thunfisch erhältlich als Salat oder in Dosen.
- Karides: Shrimps, Krabben wird in Olivenöl oder gebacken in einer Steinschale serviert. Es ist üblich, in einem türkischen Restaurant den Fisch selber auszusuchen und dann frisch zubereiten zu lassen.

Dessert und Süßwaren


- Die berühmtesten Süßigkeiten aus der Türkei sind Lokum - Turkish Delight, eine Arte Fruchtgelee.
- Sade Lokum - Türkischer Honig
- Baklava
- Pekmez - Eine regionale Spezialität Kappadokiens, ein honigartiger Sirup aus eingedicktem Traubensaft.
- Salep - Eiscreme, wird aus den stärkehaltigen Wurzeln einer Orchideenart hergestellt

Getränke

Die Türken trinken im Sommer tagsüber viel Ayran - ein gesalzenes Joghurtgetränk, das mit Wasser versetzt wird. Wasser von guter Qualität, oft Quellwasser wird überall gekühlt angeboten.
- "Çay" - der Tee, ist der türkische Schwarztee, er wird allerdings erst seit dem Jahr 1930 in großen Mengen in der Schwarzmeerregion angebaut. Ursprünglich stammt der Teeanbau in dieser Region aus Georgien, die Russen umgingen so das Tee-Embargo durch die Briten während des Krim-Krieges. Auf diesem Weg gelangte der Tee auch in die angrenzende Türkei, die erste große Teeverarbeitungsanlage wurde im Jahr 1937 errichtet. Ähnlich der russischen Zubereitungsart handelt es sich um ein starkes Konzentrat aus Teeblättern das in einer kleinen Teekanne aufgekocht wird. In einem größeren Behälter wird heißes Wasser bereitgehalten. Die Teestärke kann so, je nach Geschmack, variiert werden. Im Samovar zubereitet, verbreitet er eine ganz besondere Atmosphäre und wird in typischen bauchigen Gläsern aufgetragen.
- Gazoz - die Bezeichnung für eine Vielzahl an Getränke mit Kohlensäure.
- Su - das Wasser, meistens Mineralwasser ist ein sehr beliebtes Getränk, besonders Mineralwasser, welche aus Bursa kommen. Leitungswasser und Wasser aus Brunnen (Çesme) zu trinken ist nicht sehr ratsam.
- „Kahve“ - der Kaffee nach türkischer Zubereitung. Nach Belieben werden ein oder mehrere Teelöffel Zucker mit einem gehäuften Teelöffel Türkischen Mokka (sehr fein gemahlen) in ein Stielgefäß - „Cezve“, eine Art Tasse aus Metall – gegeben, mit Wasser angesetzt und bei mittlerer Hitze so lange aufgekocht, bis sich auf der Oberfläche des Getränkes Schaum bildet.
- Rakı - das inoffizielle türkische Nationalgetränk. Getrunken wird der Anisschnaps mit eiskaltem Wasser verdünnt, wobei das Anis ausfällt und eine milchigweiße Färbung entsteht. Das Getränk wird daher sehr treffend „Löwenmilch“ genannt. Langsam gewinnt auch der Wein an Bedeutung (siehe hierzu Weinbau in der Türkei)
- Bira - das Bier in den Restaurants werden überwiegend pilsartige Biere serviert. Türkische Biere sind Efes Bier und Tokat Bier. Seit dem Jahr 2000 haben sich ausländische Biere wie das Tuborg Bier aus Izmir, Miller, Becks und Löwenbräu verbreitet.
- Şarap - der Wein ist in verschiedenen Preisklassern und Regionen erhältlich. Gute Weine kommen aus den Anbaugebieten Thrakien, Kappadokien, Izmir und auch Diyarbakır.

Restaurants

Die meisten Restaurants unterscheiden sich nur im Preis, welcher sich an der Dekoration des Lokals und weniger an den Gerichten orientiert. Da die Türkei jahrelangen wirtschaftlichen Krisen ausgesetzt ist, hat sich eine spezielle Küche mit preiswerten und einfachen Standardgerichten entwickelt. Man könnte diese auch als orientalisches Fast-Food bezeichnen, weil die Gerichte sehr schnell serviert werden können. Überall an den Straßenständen kann man schnell und billig einen Lahmacun, einen Dürüm, Döner essen. Ein Straßenstand kann aus einen Grill und zwei Stühlen bestehen. Typische osmanische und regionale Lokale findet man selten. Abwechslungsreiche Ausnahme sind die sogenannten Hausküchen (Ev Mutfak) wo Hauskost gekocht wird. Wegen mangelnder Nachfrage kann man kaum europäische Restaurants finden. Nur in einigen touristischen Komplexen hat man jedoch die Chance, ausländische Mahlzeiten zu bekommen.

Siehe auch

Orientalische Küche

Literatur


- G. Poggenpohl: Türkische Küche - Kreative Vielfalt köstlicher Speisen, 1997 ISBN 3812237415

Weblinks


- [http://www.turk.ch/kueche/ Rezepte]
- [http://www.ex-oriente-lux.de/ Rezepte und Forumskochtopf]
- [http://www.turkdunya.de/de/forum/list.php?f=17 Küche und Rezepte Forum] Kategorie:Landesküche Küche